Schalenamöben

A.2.3 Plagiopyxidae und Trigonopyxidae

(nahe verwandte Familien mit meist halbkugeligem Gehäuse)


i. Familie Plagiopyxidae


Bullinularia indica



Schale dunkelbraun, durchscheinend, bedeckt mit Siliziumpartikeln. Mundöffnung ein langer Schlitz, meist in der Form einer liegenden Acht, die Oberlippe, mit kleinen oder größeren Poren. Lebt in eher trockenem Torfmoos, z. B. Sphagnum cf. palustre, Exemplare aus dem Ahlenmoor.
(Zeichnung rechts: Längsschnitt).

Meine Messungen: 155 bis 188 µm Durchmesser.

Wilhelm Jung konstatierte 1934 in seiner Monografie, dass „im allgemeinen die Poren größer [sind], wenn sie in geringerer Zahl vorhanden sind“.

Der Schlitzmund hier unter der Oberlippe verborgen.

mit Siliziumpartikeln und anderen Objekten bunt gestaltete Rückenansicht.
Wilhelm Jung erwähnte 1934 die „geradezu erstaunliche Farbenpracht“ einiger Exemplare.
Seitenlage, Blick in die Mundöffnung.


188 µm große Bullinularia indica, Dekomoos aus dem Blumenladen.
Mit vielen kleinen Quarzstücken besetzt, sehr viele kleine unregelmäßig angeordnete Poren.

Plagiopyxis sp.


150 µm.
Schnitt durch ein 54 µm große vermutete Plagiopyxis sp. Man erkennt die äußere und innere Mundöffnung.

Wilhelm Jung (1936): Plagiopyxis (Bullinula)-Arten sehen ganz ähnlich aus [wie stachellose Centropyxis] und bewohnen gleichfalls Lebensräume großer Feuchtigkeitsschwankungen. Der enge Pseudostomspalt ist m. E. eine Schutzeinrichtung vor zu plötzlicher Austrocknung, der im allgemeinen durch Cystenbildung und Verstopfung des Pseudostoms durch einen Detrituspfropf (wie ich es wiederholt bei B. indica beobachten konnte) begegnet wird. Auf diese Weise ist es den ziemlich großen Protisten möglich, solche Standorte zu besiedeln.


ii. Familie Trigonopyxidae:

Trigonopyxis sp. (vermutlich arcula), links 75 µm Durchmesser. rechts 130 µm,

Trigonopyxis sind in der Draufsicht rund, halbkugelförmig von der Seite. Mundfläche eingedrückt. Um die meist drei- bis viereckige Mundöffnung eine wulstförmige Verdickung.


Wilhelm Jung (1936):

Diese bekannte kosmopolite Thekamöbe [Trigonopyxis arcula] ist im Hochmoore nur im Existenzminimum vertreten. Im Waldmoos fand ich [sie häufiger].