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Plenisner und Berckhan
Glücklicherweise gibt es jedoch vier Abbildungen, die nach Stejnegers Überzeugung * 1936, the Pictures of the Seacow auf Skizzen zurückgehen, die Plenisner im Auftrag Stellers auf der Beringinsel hergestellt hatte. Sie werden auf den nächsten Seiten abgebildet und beschrieben.
Drei zeigen die Seekuh zusammen mit einem Seebären Callorhinus ursinus links neben einem Stellerschen Seelöwen Eumetopias jubatus . Zwei davon finden sich auf Seekarten, welche die Seeoffiziere Leutnant Waxell und Meister Khitrov als Teil des Expeditionsberichts erstellt hatten. Während die Seekuh auf den Abbildungen unterschiedlich dargestellt wurde, sind sich die Robben in Körperhaltung und vielen Einzelheiten sehr ähnlich, ein Beleg für eine gemeinsame Quelle.
Dieser Kupferstich eines männlichen Seebären Callorhinus ursinus (Tafel XV, Fig. 1, der lateinischen Erstausgabe der Bestiis marinis von 1751), entstand vermutlich nach einer Federzeichnung von Johann Christian Berckhan * Hintzschte 1996, S. 170 und 283 .
Johann Christian Berckhan (siehe Kurzbiografie unten) war einer der akademischen Maler der Zweiten Kamtschatkaexpedition, und arbeitete regelmäßig für Steller. Berckhan stellte exzellente Aquarelle und sorgfältig plastisch ausgearbeitete Federzeichnungen her. Er nahm jedoch nicht an der Amerikafahrt teil, sondern stieß erst nach dessen Rückkehr 1742 in Bolscheretsk wieder zu Steller, auch Plenisner war zu der Zeit bei ihnen. Dort zeichnete Berckhan wahrscheinlich u. A. die Kauplatten, die Steller von der Beringinsel mitgebracht hatte (die Tafel XIV der lateinischen Ausgabe der de bestiis marinis von 1751 * siehe weiter oben unter Anatomie » Schädel ) und diesen Seebären.
Kopf eines Seebären
männlicher
Seebär
Es fällt auf, daß dieses Bild nicht die typische kurze, spitze Schnauze der männlichen Tiere (s. Foto rechts) zeigt. Berckhan hatte niemals Gelegenheit, einen Seebären zu sehen, Stejneger vermutete daher, daß er lediglich eine (wohl unvollkommende) Umrissskizze des Amateurs Plenisner überarbeitet und verfeinert hatte, die dieser auf der Beringinsel zeichnete * Stejneger 1936, Appendix A, S. 525 .
Diese Plenisner-Skizze diente dann vermutlich auch als Vorlage für die Seebären auf den folgenden Waxell/Khitrov-Zeichnungen. Plenisner war Waxell unterstellt und es ist wahrscheinlich, daß er auch für seinen direkten Vorgesetzten Kopien seiner Skizzen herstellte.
Die Bilder habe ich in der Reihenfolge ihres Bekanntwerdens sortiert. Die Bezeichnungen der zeitgenössischen Abbildungen sind von Büchner übernommen.
Johann Christian Berckhan
Geboren 12. April 1709 in Moskau
1727 Schüler am Gymnasium der Petersburger Akademie.
Seit 1724 erhielten er und die anderen für die Expedition vorgesehenen Maler spezielle Zeichen- und Graveurkurse, geleitet von Georg Gsell und seiner Frau Dorothea Maria Gsell, der jüngsten Tochter Maria Sybille Merians.
1732 bis März 1747 Teilnahme an der akademischen Gruppe der Großen Nordischen Expedition als wissenschaftlicher Maler unter Gmelin.
Berckhan war anfangs in Sibirien häufig krank (G. F. Müller: "durch seine Lebensart" ). Nachdem er genesen war, begleitete er (statt wie vorgesehen Decker) 1739 Steller nach Kamtschatka, da die anderen Zeichner "noch nicht genügend Erfahrungen beim Malen von Tieren" besaßen.
1741/42, während Stellers Reise unter Bering nach Amerika, vertrat er ihn als Leiter der Kamtschatka-Gruppe.
Wegen seiner Leistungen während der Expedition ernannte man ihn zum Zeichenlehrer an der Petersburger Kunstkamer, wo er noch 1750 wirkte.
Johann Berckhan starb am 10. May 1751. * Quelle http://vitiaz.ru/congress/ en/thesis/74.html

(Weitere Einzelheiten zur Biografie wären hochwillkommen)


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